"Heute ist jede Linie die gegenwärtige Erfahrung ihrer eigenen ihr innewohnenden Geschichte. Sie erklärt nichts, sie ist das Ereignis ihrereigenen Verkörperung. Gebilde herstellen ist eher eine private, isolierte und gnädige Nachsicht als die abstrakte Totalität optischer Wahrnehmungen."
Cy Twombly
Der Struktur des freien denkens
Wenn ich male und konstruiere
Versuche ich visuelle Artikulation
Dabei denke ich nicht an Abstraktion
Und ebenso wenig an Expression
Und suche nicht Ismen
Nicht augenblickliche Mode...
Ich sehe, dass Kunst wesentlich
Absicht ist und Schauen...
Dass Form vielfache Vorstellung sucht...
Ich habe nicht gesehen
Dass forcierter Individualismus
Oder forcierte Exaltation
Ursprung ist für dauernde Formulierung
Für bleibenden Sinn.
Mir genügt für meine Arbeit
Mit mir selbst zu kompetieren
Mit einfacher Palette mit einfacher Farbe
Vielfache Instrumentierung zu suchen...
Und wage weiter Varianten......
J. Albers
Bei jedem Versuch, etwas über abstrakte Malerei zu schreiben, stosse ich auf ernsthafte Schwierigkeiten. Was soll ich eigentlich schreiben? Ist es nicht so, dass ich meine Botschaft male anstatt zu schreiben? Für mich ist es selbstverständlich und natürlich, in dieser so genannten "geheimen Sprache"der Malerei zu sprechen.Wenn es nun auch so einfach und verständlich für jeden Betrachter wäre, gäbe es auch keine Kunstkritiker.Es ist eine Tatsache,dass diese Kunstrichtung viel mit Intuition und Unterbewusstsein des Menschen zu tun. Das ist eine Erkenntnis, die sich schwer in Worte und logische Begrife fassen lässt.Und es ist nicht von ungefähr, dass die ersten abstrakten und surrealistischen Maler sich mit mit der Theorie von Sigmund Freud und Jung befasst haben. Meine erste Botschaft an den Betrachter wäre, sich an erster Stelle seiner eigenen Intuition anzuvertrauen.Ich habe viel Verständnis dafür, wenn jemand in Bildern bestimmte Gegenstände findet,auch wenn ich das nicht absichtlich gemalt habe. Das wäre meine nächste Botschaft: Man sollte sich von der Gegenständlichkeit befreien, um eine andere Art von Realität zu sehen.Fast niemand wird heute bestreiten, dass intuitive Erkenntnis ein Teil unseres Alltags geworden ist,doch haben viele Leute noch Schwierigkeiten mit der abstrakten Kunst.Viele haben sie akzeptiert, aber sie wissen nicht genau,worum es geht.
Mein Bedürfnis, abstrakt zu malen, ist die Erfüllung einer Sehnsucht nach kreativer Freiheit, um in eine schwer erklärbare, jedoch mehr als reale Welt einzutauchen.Dabei entstehen Farben und Formen, die zusammen einen Raum bilden und in der Lage sind, den Betrachter in ihren Bann zu ziehen sowie tiefe emotionale, manchmal auch spirituelle Erlebnisse zu ermitteln. Gemeint sind die gelungenen Bilder.Nicht jedes abstrakte Bild besitzt solche Fähigkeiten.Es genügt nicht, ein paar schöne Farbflecken auf die Leinwand zu bringen.Darüber wurde viel in der Kunstgeschichte diskutiert und z.T.als Affenmalerei usw. bezeichnet.
Ein wesentlicher Punkt,fast der wichtigste, ist die Raumgestaltung.Das ist ein sehr wichtiger Aspekt der abstrakten Malerei, der von vielen ignoriert wird.An dieser Stelle möchte ich einen Satz aus einem Brief von Ernst Wilhelm Nay zitieren:"Man kann wohl den allgemeinen Gedanken festhalten,dass alles bildnerische Tun ein Gestalten des Raumes ist,sofern man nicht ausdrücklich der Meinung ist,dass bildnerisches Gestalten ein Mittel sei,Empfindungen auszusagen. Während nun seit der Renaissance Scheinraum das bildnerische Tun der Malerei bestimmte, besteht seit und mit Cézanne das immer wieder von Pathos und von Sentiment verdrängte Bemühen um den echten Raum.Der echte Raum der Malerei,die eine Flachkunst ist,ist die Fläche, diejenige Fläche nähmlich,die keine Illusionsräumlichkeit zuläßt,weder im illusionistisch-perspektivischen,noch im kubisch-konstruktiven Sinn,noch im transzendent-offenen,unbegrenzten Sinn." Mit diesem Satz möchte ich niemanden abschrecken oder gar die Sache verkomplizieren.Ich zitiere ihn, damit sich der Betrachter eine Vorstellung davon machen kann, welche Ziele ich verfolge und was mich dazu bringt, die Bilder zu malen.Es gibt noch viele Aspekte in der Malerei, über die man sprechen kann,aber die wichtigste Botschaft wäre und das auch der zugänglichste ist das die schönheit von Bilder.Eine ungewohnliche,eine fesselnde und aussagereiche Schönhet. Das ist eine Sprache der jeder versteht,es sehen und fühlen kann.